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Geschichte
Entdecken, mit
Spannung erleben, Zusammenhänge, Ursachen, Folgen begreifen.
Charakteristisch für Geschichtsunterricht am GymSL:
Heute, Gestern und Morgen als Einheit verstehen,
Ideologien entlarven und kritisch hinterfragen lernen, längst verspielte
Chancen erkennen, Gegenwärtiges mithilfe des Vergangenen verstehen, und plötzlich - neue
Handlungsmöglichkeiten
Tun sich auf: zu historischen
Einsichten für eine Zukunft gelangen, die trägt.
"Tradition aber ist gegenwärtige Zeit."
(Theodor W. Adorno)
"Allein diejenigen, die für die Wissenschaft Zeit haben, leben. Denn sie achten nicht nur gut auf ihr eigenes Leben: Sie fügen alle Zeit der eigenen Lebenszeit hinzu; alles, was vor ihnen geschehen ist, gehört ihnen.(...) Kein Zeitalter ist uns versagt, zu allen haben wir Zutritt. Wenn wir durch die Kraft unseres Geistes die Enge unserer menschlichen Schwäche verlassen wollen, ist die Zeitspanne groß, die wir durchschreiten können."
Seneca: De brevitate vitae
„Geschichtsbewusstsein,
das erst im 19. Jahrhundert terminologisch formulierte Bewusstsein von der geschichtlichen Bedingtheit menschlicher Existenz und von einem sinnvollen Geschichtsverlauf, das im Entwurf handlungsleitender Zukunftsperspektiven mündet. Typologisch lassen sich vier Grundmuster der historischen Sinnbildung herausarbeiten: die exemplarische (menschliche Vergangenheit als Fülle von Beispielen), die traditionale (Erinnerung an die Ursprünge gegenwärtiger Lebensformen), die genetische (Betonung des Veränderungsaspektes) und die kritische Form (Ersatz vorherrschender durch neue Deutungsmuster). Das moderne Geschichtsdenken ist durch die genetische Form des Geschichtsbewusstseins gekennzeichnet, die sich in der Zeit der Aufklärung in Europa durchgesetzt hat. Im öffentlichen Leben manifestiert sich Geschichtsbewusstsein als Geschichtskultur, bestimmt von Wissenschaft, Politik und Kunst. Diese entwickeln aus den ihnen eigenen Elementen Vernunftpotenziale zur Bewältigung der Gegenwartsprobleme und ermöglichen den Blick auf die zeitlichen Prozesse, die von der Vergangenheit in die Gegenwart geführt haben.“ (Brockhaus)
Zielsetzungen des Fachunterrichts (Auszug aus dem Schulprogramm):
Das vorrangige Ziel der Geschichtsunterrichts liegt im Bereich der Lerndimension Demokratie: Ziel und ständig zu sichernde Basis des Zusammenlebens von Menschen in einer vielfältig zusammengesetzten demokratischen Gesellschaft ist die Achtung der Freiheitsrechte jedes Einzelnen und die Übernahme sozialer Verantwortung.“ (Denkschrift der Kommission „Zukunft der Bildung – Schule der Zukunft“ beim Ministerpräsidenten des Landes NRW, Neuwied 1995, S. 84)
Das Fach Geschichte leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Werteerziehung. Darüber hinaus liegen zentrale Aufgaben des Faches im Bereich der Lerndimension „Kulturelle Tradition“. (Weltbilder, Wissenschaften, weltanschauliche Gemeinschaften, Kulturen; Denkschrift, S. 108)
Mit der Vermittlung von analytischen Methoden und Argumentationstechniken, besonders auf der Ebene der Reflexion und Urteilsbildung, fördert das Fach Geschichte den Erwerb sprachlicher Kompetenz. (Lerndimension Sprache, Kommunikation, Denkschrift, S. 110)
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